»Feinstaub gefährdet nicht die Gesundheit«. Bundestagsvize Kubicki reagiert – und wir antworten

Auf Facebook hat sich Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki (FDP) nun ebenfalls zu unserer Feinstaub-Initiative Wort gemeldet. Christian Vagedes hat ihm auf der Facebook-Seite der Veganen Gesellschaft geantwortet. Lesen Sie selbst:

Wolfgang Kubicki:

»Nun ist es klar: Alarmismus ersetzt das Denken. Wir brauchen keine wissenschaftlichen Erkenntnisse mehr, es reicht die richtige Überzeugung.
Da wird geschätzt, dass mehrere Tausend Menschen pro Jahr wegen der Stickoxydbelastung früher sterben durch Vergleich der Sterberaten der städtischen mit der ländlichen Bevölkerung. Verursacher ist natürlich das Auto mit Verbrennungsmotor.
Jetzt schätzt das Max Plank Institut für Chemie (sic !), dass bis zu 120.000 Menschen pro Jahr früher sterben wegen der Feinstaubbelastung durch Massentierhaltung im ländlichen Raum. Wie kann man auf dem Land länger leben, wenn man früher stirbt?
Die Veganer fordern jetzt sogar ein gerichtliches Fleischverbot. Keinem scheint aufzufallen, dass die Menschen nicht geschätzt, sondern real immer älter werden und die Lebenserwartung ständig steigt.
Die können weder in Städten, noch auf dem Land leben.
Langsam bin ich überzeugt: Stickoxyd und Feinstaub gefährden nicht die Gesundheit, sondern das Gemüt. Anders ist dieser ganze Irrsinn nicht mehr zu erklären. WK
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Unsere Antwort:

»Sehr geehrter Herr Kubicki,
leider haben Sie noch nicht verstanden, dass der in der Massentierhaltung entstehende Feinstaub gar nicht »auf dem Land« (schön wärs) bleibt, sondern auch in die Städte zieht. Wenn zum Beispiel in der Stadt Oldenburg die Feinstaub-Mess-Station trotz nicht fahrender Dieselautos (aufgrund eines Marathons und gesperrter Straßen) die Feinstaub-Grenze überschreitet, dann gibt es dafür einen Grund: Der Feinstaub des Cloppenburger »Schweinegürtels« zieht bis in die Innenstadt von Oldenburg. Ähnliches passiert aber überall in Deutschland. Staub kennt keine Grenzen. Die EU hat Deutschland deshalb schon mehrfach aufgefordert, konkret etwas gegen die u.a. aus Ammoniak entstehende Gesundheitsgefahr zu unternehmen. Es ist aber seit Jahren nichts passiert. Man kann Lösungen doch nicht dadurch erreichen, in dem man Themen ausschweigt – und den Kopf bequem in den Sand steckt.
Sie müssten uns doch auch zustimmen, dass man nicht Dieselfahrer mit Fahrverboten bestrafen kann, wenn man zugleich über die viel größere Feinstaubquelle (die Tierhaltung) komplett hinwegsieht…
Und noch etwas: Natürlich brauchen wir wissenschaftliche Erkenntnisse! Was denn sonst? Deshalb sollten Sie als Bundestagsvizepräsident auch die seit Jahren bekannten wissenschaftlichen Informationen über die Feinstaubemissionen aus der Massentierhaltung nicht länger schönreden. Es geht nicht um Alarmismus, der das Denken ersetzt, sondern – genau umgekehrt! – darum, dass wir Alarm schlagen, um das kritische Denken zu diesen wichtigen Herausforderungen endlich zum Vorschein zu bringen. Gerade viele Wissenschaftler würden sich wünschen, dass Sie als Politiker ihnen endlich zuhören, als sich darüber lustig zu machen. Um es klar zu sagen: Es geht darum, dass wir die Zukunft gewinnen und Dinge besser machen, Herr Kubicki! Lassen Sie uns offen darüber reden.
Beste Grüße
Christian Vagedes, Vegane Gesellschaft Deutschland
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